Am 29. Januar 2025 veröffentlichte ein chinesisches Forschungsteam einen Artikel mit dem Titel „Neoadjuvante Pyrotinib- und Trastuzumab-Therapie bei HER2-positivem Brustkrebs ohne frühes Ansprechen (NeoPaTHer): Wirksamkeit, Sicherheit und Biomarkeranalyse einer prospektiven, multizentrischen, an das Ansprechen angepassten Studie“ in der Fachzeitschrift „Signal Transduction and Targeted Therapy“.

HER2-positiver Brustkrebs, der etwa 15 bis 25 % aller Brustkrebsfälle ausmacht, gilt als eigenständiger und aggressiver Subtyp. Er ist durch die Überexpression von HER2, einer Transmembran-Rezeptor-Tyrosinkinase, gekennzeichnet, die die Proliferation und das Überleben von Krebszellen fördert. Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs haben im Vergleich zu Patientinnen mit anderen Brustkrebs-Subtypen ein deutlich höheres Risiko für ein Rezidiv und eine höhere Sterblichkeit, was die Behandlung dieser Erkrankung besonders schwierig macht. Die Therapie des HER2-positiven Brustkrebses hat sich jedoch in den letzten zwei Jahrzehnten grundlegend gewandelt, vor allem durch die Einführung von HER2-gerichteten Therapien. Insbesondere die Entwicklung von Trastuzumab hat den Verlauf des HER2-positiven Brustkrebses von einer hochgradig tödlichen Erkrankung zu einer mit besser behandelbaren und weniger schwerwiegenden Folgen verändert.
Zwischen Oktober 2020 und März 2022 wurden insgesamt 129 Patienten aus fünf Krankenhäusern in diese Studie aufgenommen. Von den 129 aufgenommenen Patienten wurden 62 (48,1 %) als MRI-Responder identifiziert (Kohorte A), 26 Non-Responder setzten die Behandlung mit vier weiteren Zyklen TCbH fort (Kohorte B), und 41 Non-Responder erhielten zusätzlich Pyrotinib (Kohorte C). Die tpCR-Rate betrug 30,6 % (95 %-KI: 20,6–43,0 %) in Kohorte A, 15,4 % (95 %-KI: 6,2–33,5 %) in Kohorte B und 29,3 % (95 %-KI: 17,6–44,5 %) in Kohorte C. Multivariable logistische Regressionsanalysen zeigten vergleichbare Chancen für das Erreichen einer tpCR zwischen den Kohorten A und C (Odds Ratio = 1,04; 95 %-KI: 0,40–2,70). Durch die zusätzliche Gabe von Pyrotinib wurden keine neuen Nebenwirkungen beobachtet. Patienten mit Komutationen von TP53 und PIK3CA zeigten im Vergleich zu Patienten ohne oder mit nur einer Genmutation niedrigere Raten an frühem partiellem Ansprechen (36,0 % vs. 60,0 %; p = 0,08). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die zusätzliche Gabe von Pyrotinib für Patientinnen, die nicht auf eine neoadjuvante Therapie mit Trastuzumab und Chemotherapie ansprechen, von Vorteil sein könnte. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um Biomarker zu identifizieren, die den Nutzen der zusätzlichen Gabe von Pyrotinib für die Patientinnen vorhersagen können.

Derzeit laufen in China noch zahlreiche klinische Studien zu neuen Krebstherapien, für die Patienten gesucht werden. Für eine Beratung zu neuen Medikamenten und Technologien wenden Sie sich bitte an die Internationale Abteilung des Onkologischen Krankenhauses der Südregion Peking.
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Referenzen
https://www.nature.com/articles/s41392-025-02138-6
Veröffentlichungsdatum: 08.02.2025
